Der Graubereich
Zwischen sauberem und manipulativem Vorgehen liegen Maßnahmen, deren Bewertung vom Einzelfall abhängt. Ein Beispiel sind Expired Domains, die mit neuem Inhalt befüllt werden: Die Domain selbst ist legitim, problematisch wird es erst, wenn sie nur zur Weiterleitung von Linkkraft dient.
Auch Gastbeiträge in großer Zahl, Linktausch im kleinen Rahmen oder das Nachbessern älterer Artikel mit neuen Daten werden manchmal dazugezählt. Entscheidend ist stets Menge, Muster und Zweck.
Manche Praktiker sehen in Grey Hat ein kalkuliertes Risiko, andere lehnen den Begriff ab, weil er Verstöße verharmlose. Für die Praxis zählt weniger das Etikett als die Frage, ob eine Maßnahme einer Prüfung durch Google standhielte.
Warum der Begriff problematisch ist
Google kennt keine Grautöne in diesem Sinne: Es gibt Richtlinien und Verstöße. Was als Grey Hat bezeichnet wird, kann nach einem Update plötzlich als Spam gelten. Wer so arbeitet, sollte das Risiko bewusst tragen und nicht mit Kunden-Domains experimentieren, die auf Rankings angewiesen sind.
Faustregel: Wäre die Maßnahme auch vertretbar, wenn man sie dem Google-Team offenlegen müsste? Wenn nein, ist sie eher Black Hat.
Einordnung
Die drei Lager lassen sich so sortieren: White Hat SEO folgt den Richtlinien, Black Hat SEO verletzt sie bewusst, Grey Hat bewegt sich dazwischen.
Bei Linkaufbau lohnt der Blick auf Qualität statt Menge. Eine Orientierung bietet die Seite zu Backlinks kaufen, die erklärt, woran sich redaktionelle Umfelder erkennen lassen.
Beispiele
Ein häufiges Beispiel ist der Kauf von Links auf thematisch passenden Blogs, ohne sie mit sponsored zu kennzeichnen. Ein anderes die großzügige Nutzung von KI zur Erstellung von Texten, die zwar redigiert, aber kaum mit eigenem Wissen angereichert werden.
Beide Beispiele können je nach Umfang unauffällig bleiben oder auffallen. Je größer die Menge und je gleichförmiger das Muster, desto eher kippt eine Maßnahme ins Risikoreiche.