Was ein Spam Update ist
Googles automatische Spam-Erkennung läuft ständig im Hintergrund. Ein Spam Update ist laut Google eine spürbare Verbesserung dieser Systeme, zum Beispiel von SpamBrain, dem KI-basierten System, das neue Spam-Muster erkennen soll. Im Unterschied zu einem Core Update geht es nicht um die allgemeine Bewertung von Qualität, sondern darum, Verstöße gegen die Spam-Richtlinien zuverlässiger zu finden und deren Wirkung zu entfernen.
Wer gegen die Richtlinien verstößt, kann nach Googles Aussage schlechter ranken oder in den Ergebnissen gar nicht mehr erscheinen. Das passiert entweder automatisch durch die Systeme oder, in schwereren Fällen, per manueller Maßnahme mit Hinweis in der Search Console. Ein Spam Update selbst ist aber ein algorithmischer Vorgang: Du bekommst keine Nachricht und musst Auswirkungen an deinen Daten ablesen.
Die meisten Websites merken von einem Spam Update nichts, weil sie sich an die Richtlinien halten. Betroffen sind vor allem Projekte, die auf Skalierung ohne Mehrwert, auf Linkmuster oder auf Tricks mit fremden Domains setzen. Das ist keine Drohkulisse, sondern eine nüchterne Beschreibung: Wer für Nutzer baut, hat von Spam Updates in der Regel nichts zu befürchten, wer die Grenzen austestet, riskiert Sichtbarkeit.
Die Spam Updates 2026 im Überblick
Das Google Search Status Dashboard listet für 2026 folgende Spam Updates: das March 2026 spam update am 24. und 25. März, das June 2026 spam update vom 24. bis 26. Juni und das August 2026 spam update vom 18. bis 21. August. Zusätzlich führt das Dashboard das September 2026 spam update, das am 24. September 2026 begann. Zum Zeitpunkt unserer Prüfung war dort für dieses Update noch kein Ende genannt. Aktuelle Enddaten prüfst du direkt im Dashboard.
Mehr als Zeitraum und Name veröffentlicht Google zu diesen Updates in der Regel nicht. Was genau im Einzelnen angepasst wurde, wissen wir deshalb nicht, und wir spekulieren auch nicht darüber. Für deine Arbeit ist das auch nicht nötig: Die Richtlinien sind öffentlich, und wer sie einhält, ist unabhängig vom Datum auf der sicheren Seite.
| Update | Start | Ende laut Dashboard |
|---|---|---|
| March 2026 spam update | 24.03.2026 | 24. oder 25.03.2026 |
| June 2026 spam update | 24.06.2026 | 26.06.2026 |
| August 2026 spam update | 18.08.2026 | 21.08.2026 |
| September 2026 spam update | 24.09.2026 | zum Prüfzeitpunkt nicht genannt |
Welche Verstöße Google in den Spam-Richtlinien nennt
Die Richtlinien benennen eine ganze Reihe von Praktiken: Cloaking, Doorway Abuse, Expired Domain Abuse, gehackte Inhalte, versteckten Text und versteckte Links, Keyword Stuffing, Link Spam, maschinell erzeugten Traffic, schädliche Praktiken, irreführende Funktionen, Scaled Content Abuse, Scraping, Site Reputation Abuse, versteckte Weiterleitungen, dünne Affiliate-Seiten und nutzergenerierten Spam. Die Liste zeigt, wie breit Google den Begriff fasst.
Für die tägliche Arbeit sind vor allem drei Bereiche relevant. Erstens Linkmuster, die nur der Manipulation dienen. Zweitens Inhalte in großer Menge, die ohne Nutzen entstehen, wozu laut Google auch mit generativer KI erzeugte Seiten ohne Mehrwert zählen können. Drittens die Zweckentfremdung fremder Autorität, sei es über abgelaufene Domains oder über Drittanbieter-Inhalte auf starken Websites. Mehr zu Google und KI-Texten findest du in unserem Beitrag zu SEO-Texten mit KI.
- Link Spam: Verlinkungen, die vor allem Rankings beeinflussen sollen
- Scaled Content Abuse: viele Seiten, hauptsächlich zur Rankingmanipulation, ohne Nutzen
- Expired Domain Abuse: abgelaufene Domains, die mit wertlosen Inhalten genutzt werden
- Site Reputation Abuse: Drittinhalte, die vom Ruf der Gastgeber-Website profitieren sollen
- Doorway Abuse und Cloaking: Seiten, die Nutzern etwas anderes zeigen als Suchsystemen
Wenn du nach einem Spam Update Sichtbarkeit verlierst
Gleiche zuerst den Zeitraum deiner Bewegung mit dem Dashboard ab. Fällt der Einbruch in ein Core-Update-Fenster, ist die Ursache eher Gesamtqualität, wie wir sie im Beitrag zum Google Core Update beschreiben. Liegt er in einem Spam-Update-Fenster, schaust du auf Verstöße. Prüfe außerdem die Search Console auf manuelle Maßnahmen, denn die sind klar gekennzeichnet und erfordern ein anderes Vorgehen.
Danach gehst du die Richtlinien Punkt für Punkt gegen deine Website durch. Wurden Seiten in Masse erzeugt? Gibt es Linkkäufe, Linknetzwerke oder Gastbeiträge, die offensichtlich nur der Verlinkung dienen? Werden alte Domains zweckentfremdet? Was du dabei findest, beseitigst du: Inhalte überarbeiten oder entfernen, problematische Verlinkungen lösen, Strukturen entflechten. Schnellschüsse ohne Diagnose gehen häufig an der Ursache vorbei.
Hilfreich ist außerdem ein Blick auf die Frage, wie breit der Verlust ist. Trifft er nur eine Seitengruppe, etwa automatisch erzeugte Unterseiten oder Beiträge mit auffälligen Links, spricht das für eine konkrete Ursache. Betrifft er die ganze Domain, kommen mehrere Erklärungen in Frage. Halte auch fest, welche Änderungen du selbst kurz vor dem Einbruch vorgenommen hast, denn Relaunches und Migrationen verursachen Verluste, die nichts mit Spam zu tun haben.
Links und Spam: besondere Vorsicht
Bei Link-Spam-Updates warnt Google ausdrücklich: Wenn spamartige Links ihre Wirkung verlieren, ist der Rankingvorteil, den sie gebracht haben, dauerhaft weg. Das Beheben des Links bringt dann nicht automatisch alte Positionen zurück. Dahinter steckt eine einfache Logik. Die Positionen beruhten auf Signalen, die Google nun nicht mehr zählt, und sie lassen sich nicht zurückkaufen.
Praktisch bedeutet das: Bau Links nur dort auf, wo sie auch ohne SEO sinnvoll wären. Der Leitfaden zum Backlink-Aufbau zeigt Wege, die auf Relevanz und Redaktion setzen. Bei Altlasten lohnt ein Blick in die Linkliste: Wiederholt auftauchende Ankertexte, Quellen ohne Leserschaft und Netzwerke gleichartiger Seiten sind typische Warnsignale. Wer bereits Domains aus zweiter Hand nutzt, sollte sich mit Expired Domains und dem Missbrauchsrisiko befassen.
Auch Gastbeiträge und Kooperationen gehören auf den Prüfstand. Ein redaktionell sinnvoller Beitrag mit klarer Autorenangabe ist etwas völlig anderes als ein Text, der nur geschrieben wurde, um einen optimierten Link unterzubringen. Wenn du nicht sicher bist, ob eine Verlinkung in die zweite Kategorie fällt, frag dich, ob der Betreiber sie auch setzen würde, wenn Suchmaschinen sie nicht sehen könnten.
Programmatische Seiten und Masseninhalte absichern
Wer Inhalte in großer Zahl erzeugt, bewegt sich nahe an der Grenze zu Scaled Content Abuse. Das ist kein Verbot von Automatisierung. Entscheidend ist laut Google, ob Seiten primär zur Manipulation von Rankings entstehen oder echten Mehrwert für Nutzer bieten. Seiten mit eigenen Daten, nützlichen Informationen und erkennbarer redaktioneller Kontrolle sind etwas anderes als austauschbare Textbausteine, bei denen nur das Stichwort wechselt.
Wie du solche Projekte sauber aufsetzt, erklärt der Artikel zu Programmatic SEO. Der Kern: Jede Seite muss eine eigene Frage beantworten, auf nachprüfbaren Daten beruhen und vor dem Livegang kontrolliert werden. Was diese Prüfung nicht besteht, gehört nicht in den Index. Google rät bei Scaled Content ausdrücklich, solche Inhalte aus der Suche herauszuhalten, wenn du sie hostest.
Dasselbe gilt für Textqualität bei KI-gestützter Produktion. Google erlaubt generative KI ausdrücklich, verlangt aber, dass Inhalte Spam-Richtlinien und Search Essentials erfüllen. Prüfe deshalb Fakten, Titel und strukturierte Daten vor dem Veröffentlichen, und sorge dafür, dass nicht Hunderte Seiten fast identisch klingen. Wer einmal im Raster von Scaled Content Abuse landet, korrigiert das nur mit erheblichem Aufwand.
Dein Fahrplan für die nächsten Tage
Beginne mit einer Bestandsaufnahme: Welche Seitengruppen haben verloren, welche gewonnen, und wann genau? Danach prüfst du Inhalte, Links und Domainhistorie gegen die Spam-Richtlinien. Notiere jede Auffälligkeit mit Beleg, damit du später nachvollziehen kannst, was du geändert hast. Wenn du zusätzlich eine unabhängige Analyse willst, hilft ein Recover-Audit, der Ursachen systematisch eingrenzt, statt zu raten.
Danach heißt es: beheben, beobachten, Geduld haben. Google sagt, dass seine Systeme Monate brauchen können, um zu erkennen, dass eine Website die Richtlinien einhält. Wer sofort wieder alles ändert, macht die Ursachenforschung unmöglich. Als Gegengewicht zum Reagieren ist der Aufbau von Vertrauen wirksamer: gute Inhalte, saubere Verlinkung und eine Marke, die auch ohne Suchmaschine wahrgenommen wird. Einen ersten Überblick über deine Baustellen liefert der SEO-Check. Das kostet nichts außer Disziplin.
