Glossar

Was ist Site Reputation Abuse?

Site Reputation Abuse bezeichnet Inhalte Dritter, die auf einer etablierten Website veröffentlicht werden, um deren gutes Ranking auszunutzen, ohne dass die Seite sie ernsthaft redaktionell betreut.

Was Google darunter versteht

Seit Mai 2024 führt Google Site Reputation Abuse als eigene Spam-Richtlinie. Gemeint ist Drittanbieter-Material, das auf einer starken Domain liegt und primär dazu dient, vom Vertrauen der Hauptseite zu profitieren. Landläufig heißt das Vorgehen Parasite SEO, weil der Inhalt sich an die Autorität der Wirtsseite „hängt“.

Typische Fälle sind Gutschein-, Kredit- oder Casino-Unterseiten auf Nachrichtenportalen oder Universitätsseiten, die mit dem eigentlichen Angebot der Domain nichts zu tun haben und von einem externen Partner befüllt werden.

Google betont, dass die Regel nicht jede Zusammenarbeit mit Partnern trifft. Eigene redaktionelle Inhalte, Syndizierung mit Kennzeichnung oder Nutzerbeiträge in Foren fallen nicht darunter, solange sie zum Angebot der Seite gehören und kontrolliert werden.

Woran es sich festmacht

Entscheidend sind drei Merkmale: Der Inhalt stammt von Dritten oder wird mit ihnen produziert, er passt nicht zum Hauptzweck der Website, und es fehlt die redaktionelle Aufsicht. Wird ein Gastbeitrag dagegen geprüft, thematisch passend eingeordnet und von der Redaktion verantwortet, ist das keine Verletzung.

Google geht gegen solche Bereiche algorithmisch oder per manuelle Maßnahme vor, oft nur gegen den betroffenen Abschnitt.

Bedeutung für Linkaufbau

Für Website-Betreiber heißt das: Wer Platzierungen einkauft, sollte auf thematisch passende, redaktionell geführte Seiten achten und nicht auf Domains, die jedes Thema gegen Geld veröffentlichen. Mehr zu sauberen Platzierungen steht auf der Seite zu Backlinks kaufen.

Verwandt ist der Begriff Gastartikel, der legitim ist, solange Qualität und Themenbezug stimmen.

Beispiele und Folgen für Betreiber

Ein bekanntes Muster sind Rabattcode-Unterseiten auf einer Zeitungsdomain, die von einer externen Agentur erstellt werden und mit dem Nachrichtenangebot nichts zu tun haben. Der Wirt erhält Geld, der Dritte profitiert vom Vertrauen der Domain.

Für Betreiber von Medien- und Verzeichnisseiten heißt das, bezahlte Fremdinhalte zu prüfen, thematisch einzuordnen und im Zweifel nicht zu veröffentlichen. Reine Werbung sollte klar gekennzeichnet und mit nofollow oder sponsored ausgezeichnet sein.

Häufige Fragen

Ist Parasite SEO dasselbe wie Site Reputation Abuse?

Im Alltag meist ja. Parasite SEO ist der gängige Szenebegriff, Site Reputation Abuse der Begriff aus Googles Richtlinien.

Sind Gastartikel automatisch betroffen?

Nein. Betroffen sind nur Inhalte ohne Themenbezug und ohne redaktionelle Kontrolle, die gezielt Rankings ausnutzen.

Wer wird bestraft, Wirt oder Autor?

Die Maßnahme trifft vor allem die Wirtsseite beziehungsweise den betroffenen Bereich der Domain.

Fallen Kommentare und Foren darunter?

Nur, wenn sie ohne Kontrolle als Plattform für fremde Ranking-Zwecke dienen. Normale Nutzerbeiträge sind erlaubt.

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