Technisches SEO

Interne Verlinkung für SEO: Links, Ankertexte und Seitenstruktur richtig planen

Interne Verlinkung heißt, Seiten deiner Website sinnvoll miteinander zu verlinken. Sie hilft Google, Seiten zu finden und Zusammenhänge zu verstehen, und führt Besucher zu passenden nächsten Inhalten.

Aktualisiert 02.11.20265 Min. LesezeitVon der Redaktion Answer the Web
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Was interne Verlinkung ist und warum sie wirkt

Interne Links sind Verweise von einer Seite deiner Website auf eine andere. Dazu gehören Menü, Footer, Breadcrumbs, Verweise im Fließtext und Kästen wie Weiterlesen-Empfehlungen. Sie sind der einzige Teil der Suchmaschinenoptimierung, den du vollständig selbst in der Hand hast, denn du entscheidest allein, wohin jede Seite führt und mit welchem Text.

Für Google haben interne Links zwei Aufgaben. Sie sind der Weg, auf dem der Crawler neue Seiten findet, und sie liefern Kontext: Der Text eines Links beschreibt, was den Leser auf dem Ziel erwartet. Die Google-Dokumentation sagt, dass Links Nutzern und Suchmaschinen helfen, sich zurechtzufinden und neue Seiten zu entdecken, und dass Linktext beschreiben sollte, worum es auf der Zielseite geht.

Für Besucher sind sie Wegweiser. Wer einen Ratgeber liest und am passenden Punkt auf die vertiefende Anleitung stößt, bleibt länger und findet leichter, was er sucht. Das ist kein Trick, sondern gute Benutzerführung. Deshalb gilt: Verlinke zuerst für Menschen, dann profitiert auch die Suchmaschine. Ein Link, den niemand anklicken würde, bringt auch dem Crawler wenig, denn er ist meist schlecht platziert oder ohne klaren Zusammenhang gesetzt.

Damit Google einem Link folgt, muss er ein echtes Link-Element sein: ein a-Element mit einem href-Attribut, das auf eine echte URL zeigt. Die Dokumentation nennt andere Konstrukte wie span-Elemente mit Klick-Skript oder javascript-Pseudo-URLs im href als unsicher. Zusätzliche Attribute wie class oder onclick schaden nicht, solange das href stimmt.

Auch per JavaScript eingefügte Links funktionieren, wenn sie dieselbe Standardform haben. Bei moderner Seitenarchitektur lohnt sich dennoch der Blick in das gerenderte HTML, etwa im URL-Prüftool der Search Console, damit du sicher bist, dass die Links tatsächlich dort stehen. Menüs, die sich erst nach einem Klick laden, sind ein häufiger Stolperstein. Teste solche Fälle, indem du das gerenderte HTML ansiehst und prüfst, ob die Zielseiten als normale Links auftauchen.

Ein weiterer Punkt: Jede Seite, die dir wichtig ist, sollte von mindestens einer anderen Seite deiner Website verlinkt sein. Seiten ohne einen einzigen eingehenden internen Link nennt man Orphan Pages, also verwaiste Seiten. Google findet sie womöglich nur über die Sitemap oder gar nicht. Was dann bei der Indexierung passiert, erklärt der Artikel zu nicht indexierten Seiten.

Ankertexte: beschreiben statt Hier klicken

Der Ankertext ist der klickbare Text eines Links. Die Google-Dokumentation empfiehlt, ihn beschreibend, knapp und für beide Seiten relevant zu halten. Ein guter Test: Verstehst du den Linktext auch dann, wenn du ihn ohne Umgebung liest? Texte wie Hier klicken oder Mehr lesen erfüllen das nicht, ebenso wenig leere Links oder Bildlinks ohne Alt-Text, denn bei Bildern dient der Alt-Text als Ankertext.

Natürlichkeit ist wichtiger als Perfektion. Schreibe Links so, wie sie sich im Satz ergeben, und verzichte auf Keyword-Stuffing im Ankertext. Verwende nicht für jeden Link auf dieselbe Seite exakt den gleichen Wortlaut, sondern variiere sinnvoll. Die Dokumentation rät außerdem, Links nicht in Reihen direkt nebeneinander zu setzen, weil sie dann schwer zu unterscheiden sind.

Der Kontext zählt mit. Ein Link in einem Absatz, der das Thema erklärt, ist aussagekräftiger als ein Link in einer langen Aufzählung am Seitenende. Wenn Leser auf den Link klicken würden, weil sie mehr zum Thema erfahren wollen, ist er gut platziert. Setze Links deshalb dort, wo sich die Frage stellt, die die Zielseite beantwortet, und nicht gebündelt am Ende des Textes. Die Beispiele am Ende dieses Abschnitts zeigen den Unterschied.

  • Schlecht: Hier klicken, Mehr, Link, Weiterlesen
  • Besser: Anleitung zum Canonical Tag, Checkliste für die Indexierung
  • Bildlinks bekommen einen beschreibenden Alt-Text
  • Ankertexte kurz halten, aber nicht auf ein Wort reduzieren
  • Für dasselbe Ziel gelegentlich andere, passende Formulierungen wählen
  • Keine Reihen direkt aufeinanderfolgender Links ohne Kontext

Seitenstruktur: Hubs, Cluster und Navigation

Gute interne Verlinkung folgt einer Struktur. Eine übergeordnete Seite behandelt ein Thema im Überblick und verlinkt zu Unterseiten, die einzelne Aspekte vertiefen. Diese verlinken zurück zur übergeordneten Seite und untereinander, wo es inhaltlich passt. Dieses Modell kennst du als Hub und Spokes oder Cluster. Wie du es planst, beschreiben wir bei Content-Cluster und Topical Map.

Die Navigation bildet die große Gliederung ab, Breadcrumbs zeigen den Pfad und verlinken automatisch nach oben, Fließtextlinks stellen die inhaltlichen Querverbindungen her. Jedes dieser Elemente hat eine eigene Aufgabe. Zu Breadcrumbs findest du Details bei Breadcrumbs und SEO. Die Kombination aus allen dreien sorgt dafür, dass wichtige Seiten auf mehreren Wegen erreichbar sind und kein Inhalt allein vom Zufall abhängt.

Google nennt keine ideale Zahl von Links pro Seite. Die Dokumentation sagt nur, dass eine Seite mit zu vielen Links vermutlich ausgedünnt werden sollte. Als Orientierung hilft die Frage, ob jeder Link einem Leser einen echten Mehrwert bietet. Alles andere ist Dekoration, die die wichtigen Verweise verwässert, und bei sehr vielen Verweisen auf einer Seite fällt es Lesern schwer, die relevanten zu erkennen. Wie sich Themenautorität aufbaut, liest du bei Topical Authority.

Interne Verlinkung planen: Schritt für Schritt

Beginne mit einer Bestandsaufnahme. Liste deine wichtigsten Seiten, also die, die Umsatz, Anfragen oder Sichtbarkeit bringen sollen, und prüfe, wie viele interne Links auf sie zeigen und mit welchem Text. Oft stellst du fest, dass ausgerechnet die Leistungsseiten kaum verlinkt sind, während alte Blogartikel untereinander dicht verknüpft sind. Hier liegt meist der größte Hebel, weil sich mit wenigen Links viel bewegen lässt, ohne neue Inhalte zu schreiben.

Danach legst du fest, welcher Beitrag zu welcher Seite führen soll, und ergänzt die fehlenden Links. Bei jedem neuen Beitrag planst du mindestens einen Link nach oben zur Hauptseite des Themas, ein bis zwei Querverweise zu verwandten Beiträgen und, wo es passt, einen Verweis auf eine Leistungsseite. Ältere Beiträge ergänzt du um Links auf neue Inhalte, denn gerade sie haben oft die meisten Besucher und geben diese gern weiter. Das gilt besonders, wenn ein neuer Beitrag ein bestehendes Thema vertieft.

  • Wichtigste Seiten festlegen und eingehende interne Links zählen
  • Verwaiste Seiten finden und anbinden oder entfernen
  • Pro Thema eine Hauptseite bestimmen und alle Unterseiten dorthin verlinken
  • Neue Beiträge von mindestens einem bestehenden Beitrag aus verlinken
  • Ankertexte beschreibend und abwechslungsreich formulieren
  • Nach größeren Änderungen die Weiterleitungen und internen Links prüfen

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Häufig sind Links auf Weiterleitungen oder Fehlerseiten. Wird eine Seite verschoben, aktualisierst du die internen Links auf die neue Adresse, statt Besucher und Crawler über Umwege zu schicken. Ebenso sollte intern stets die kanonische URL verlinkt werden, nicht eine Parameter-Variante, damit sich die Signale nicht verteilen. Dazu mehr bei Canonical Tag.

Ein zweiter Klassiker ist der Link-Overkill im Footer oder in Seitenleisten, die auf jeder Seite hunderte Verweise anzeigen. Der Nutzen ist meist gering, und die wichtigen Links gehen unter. Umgekehrt fehlen oft kontextuelle Links im Text, obwohl sie am meisten bringen, weil sie Thema, Ankertext und Umgebung verbinden. Ebenso sinnlos sind Links auf Seiten, die du selbst aus dem Index heraushalten willst, ohne dass Besucher dort etwas finden.

Zum Schluss: Plane Verlinkung nicht als einmalige Aktion. Mit jedem neuen Beitrag verändert sich das Gefüge. Ein Check einmal im Quartal genügt oft, um Lücken zu finden, und lässt sich bei überschaubaren Websites schnell erledigen. Einen schnellen Überblick über technische Auffälligkeiten liefert der SEO-Check, mehr zum Zusammenspiel mit der Indexierung steht bei Google-Indexierung.

Häufige Fragen

Wie viele interne Links pro Seite sind ideal?

Google nennt keine ideale Zahl. Verlinke so, dass jeder Link Lesern einen echten Mehrwert bietet, und dünne Seiten mit übermäßig vielen Verweisen aus.

Was ist ein guter Ankertext für interne Links?

Ein kurzer, beschreibender Text, der erklärt, was auf der Zielseite steht. Hier klicken oder Mehr lesen sind ungeeignet.

Was sind verwaiste Seiten?

Seiten ohne einen einzigen eingehenden internen Link. Google findet sie womöglich nur über die Sitemap oder gar nicht, deshalb solltest du wichtige Seiten immer verlinken.

Folgt Google Links, die per JavaScript eingefügt werden?

Ja, wenn sie als normales a-Element mit href-Attribut im gerenderten HTML stehen. Klick-Skripte ohne echtes Linkziel sind unsicher.

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