Was Breadcrumbs sind und wofür sie gut sind
Breadcrumbs, auf Deutsch Brotkrumen, sind eine kleine Navigationsleiste meist oberhalb des Seiteninhalts. Sie zeigt den Weg von der Startseite bis zur aktuellen Unterseite, etwa Start, Wissen, Breadcrumbs. Jeder Schritt ist ein Link, außer dem letzten, der die aktuelle Seite benennt. Besucher sehen auf einen Blick, wo sie sind, und kommen mit einem Klick eine Ebene höher, ohne den Zurück-Button zu bemühen.
Für Suchmaschinen erfüllen Breadcrumbs zwei Aufgaben. Erstens sind sie interne Links mit Text, die jede Unterseite mit ihren übergeordneten Seiten verbinden. Das hilft Crawlern, die Struktur nachzuvollziehen. Zweitens kannst du den Pfad zusätzlich als strukturierte Daten auszeichnen. Google kann ihn dann statt der nackten URL im Suchergebnis zeigen, was Nutzern das Einordnen eines Treffers erleichtert.
Wichtig ist die Reichweite der Aussage. Die Google-Dokumentation nennt die Darstellung von Breadcrumbs im Suchergebnis für Desktop, in allen Regionen und Sprachen. Zur mobilen Darstellung macht die Doku an dieser Stelle keine Aussage, daher versprechen wir dir keine. Der Nutzen für die Navigation auf deiner Seite bleibt unabhängig davon bestehen.
Als Faustregel gilt: Je tiefer und verzweigter eine Website ist, desto mehr bringen Breadcrumbs. Auf einem Verzeichnis mit Bundesland, Stadt und Eintrag sind sie fast Pflicht, auf einer Visitenkarten-Seite mit vier Unterseiten bringen sie wenig, schaden aber auch nicht. Entscheidend ist, dass sie konsistent auf allen Seiten desselben Typs erscheinen.
Die Arten von Breadcrumbs im Vergleich
In der Praxis begegnen dir drei Muster. Hierarchie-Breadcrumbs zeigen die Position in der Seitenstruktur, etwa Start, Kategorie, Beitrag. Sie sind der Standard für Ratgeber, Verzeichnisse und Shops mit klarer Gliederung. Pfad-Breadcrumbs zeigen dagegen, welche Seiten der Besucher tatsächlich nacheinander aufgerufen hat, und sind für SEO ungeeignet, weil sie von Besuch zu Besuch anders aussehen.
Attribut-Breadcrumbs kommen vor allem in Shops vor und bilden Eigenschaften ab, zum Beispiel Marke, Farbe, Größe. Sie sind ein Spezialfall und führen schnell zu vielen ähnlichen URLs, die du im Griff haben musst, etwa mit einem sauberen Canonical-Tag. Für die meisten Websites reicht die hierarchische Variante völlig aus.
Google empfiehlt, dass Breadcrumbs einen typischen Nutzerpfad abbilden und nicht zwingend die URL-Struktur spiegeln müssen. Eine Seite kann also unter mehreren Kategorien erreichbar sein. Du entscheidest dich dann für den Pfad, der für Besucher am sinnvollsten ist, und zeichnest diesen aus. Wichtig ist nur, dass der gewählte Pfad auf der Seite sichtbar ist und dass das Markup denselben Pfad beschreibt wie die Navigation, die Besucher tatsächlich vor Augen haben.
| Art | Beispiel | Eignung für SEO |
|---|---|---|
| Hierarchie | Start > Wissen > Breadcrumbs | Standard, stabil, empfohlen |
| Pfad (Verlauf) | Zuletzt besuchte Seiten des Nutzers | Ungeeignet, ändert sich je Besuch |
| Attribut | Schuhe > Marke > Farbe | Nur gezielt in Shops, Duplikate beachten |
Breadcrumb-Markup: Pflichtfelder und Beispiel
Für das Markup nutzt du den schema.org-Typ BreadcrumbList. Laut Google-Dokumentation braucht er ein Feld itemListElement mit mindestens zwei Einträgen vom Typ ListItem. Jeder Eintrag benötigt eine position als ganze Zahl, wobei 1 den Anfang des Pfads markiert, einen name mit dem Text, den Nutzer sehen, und im Feld item die URL der Seite. Beim letzten Eintrag darf die URL fehlen, dann verwendet Google die Adresse der Seite, auf der das Markup steht.
Beschreibt eine Seite mehrere Wege, gibst du mehrere BreadcrumbList-Objekte aus, zusammengefasst als Array. Markup im alten Format data-vocabulary.org ist übrigens seit Jahren nicht mehr für Rich Results zugelassen. Wenn du auf einer älteren Website noch solche Auszeichnungen findest, ersetze sie. Mehr zu Formaten und Syntax findest du bei Schema Markup mit JSON-LD.
Das Beispiel am Ende dieses Abschnitts zeigt einen Pfad mit drei Ebenen. Domain und Namen sind Platzhalter, die du durch deine echten Werte ersetzt. Achte darauf, dass die Namen im Markup genau dem entsprechen, was im sichtbaren Breadcrumb steht. Weichen Schreibweise oder Reihenfolge ab, entstehen Widersprüche, die Google als Qualitätsproblem werten kann und die dich im Test unnötig Fehler kosten.
- <script type="application/ld+json">
- {"@context": "https://schema.org",
- "@type": "BreadcrumbList",
- "itemListElement": [
- {"@type": "ListItem", "position": 1, "name": "Start", "item": "https://example.com/"},
- {"@type": "ListItem", "position": 2, "name": "Wissen", "item": "https://example.com/wissen/"},
- {"@type": "ListItem", "position": 3, "name": "Breadcrumbs"}
- ]}
- </script>
Breadcrumbs, interne Links und Crawling
Der sichtbare Breadcrumb besteht aus ganz normalen Links, und für die gilt, was Google über crawlbare Links sagt: Gefolgt wird im Allgemeinen Verweisen in a-Elementen mit einem href-Attribut. Wird der Pfad nur per Skript-Klick oder aus Elementen ohne echtes Linkziel gebaut, sind die Links für Crawler womöglich nicht nutzbar. Prüfe deshalb den gerenderten Quelltext, nicht nur die Darstellung im Browser.
Dazu kommt der Linktext. Er sollte beschreiben, wohin der Link führt, also den echten Kategorienamen tragen und nicht Wörter wie Hier oder Mehr. Bei Breadcrumbs ergibt sich das fast von selbst, weil der Name der übergeordneten Seite der natürliche Ankertext ist. Jede Unterseite verweist damit systematisch auf ihre Oberthemen, ein sauberer Beitrag zur internen Verlinkung.
Das passt gut zu einer thematischen Gliederung. Wenn deine Inhalte in Themenbereiche mit Überseite und Unterseiten sortiert sind, spiegelt der Breadcrumb diese Gliederung wider. Wie du eine solche Struktur planst, beschreiben wir unter Content-Cluster. Die Brotkrumen machen die Architektur für Leser und Crawler gleichermaßen sichtbar. Auf Seiten mit sehr flacher Struktur, etwa einer Handvoll Unterseiten, ist der Gewinn dagegen klein, und der Aufwand sollte entsprechend klein bleiben.
Umsetzung Schritt für Schritt
Beginne mit der Struktur, nicht mit dem Plugin. Lege fest, welche Ebenen deine Website hat und welche davon in den Breadcrumb gehören. Die Startseite ist üblicherweise Ebene eins, danach folgen Bereiche, Kategorien und die Detailseite. Prüfe, dass jede Seite einen eindeutigen Hauptpfad besitzt, auch wenn sie in mehreren Kategorien auftaucht.
Danach setzt du den sichtbaren Breadcrumb im Template um und erzeugst das Markup aus denselben Daten. So bleiben beide automatisch deckungsgleich. Viele SEO-Plugins und Themes bieten das ab Werk an, du musst nur aktivieren, was du brauchst, und doppelte Ausgaben abstellen. Teste anschließend mit dem Rich Results Test und dem URL-Prüftool der Search Console.
Plane auch den Fall ein, dass sich die Struktur später ändert. Wird eine Kategorie umbenannt oder verschoben, ändern sich Breadcrumb und URLs für alle darunterliegenden Seiten. Setze dann Weiterleitungen und aktualisiere interne Links, damit keine Pfade auf Fehlerseiten zeigen. Wer Breadcrumb und Markup aus derselben Quelle erzeugt, muss nur an einer Stelle nachziehen.
- Seitenstruktur festlegen und einen Hauptpfad je Seite bestimmen
- Sichtbaren Breadcrumb als echte Links im Template ausgeben
- BreadcrumbList aus denselben Daten erzeugen, damit Text und Markup übereinstimmen
- Letzten Eintrag als aktuelle Seite ohne Link darstellen
- Markup mit Rich Results Test prüfen und einige Seiten mit dem URL-Prüftool kontrollieren
- Mehrfachausgaben durch Theme und Plugin abschalten
Typische Fehler bei Breadcrumbs
Ein Klassiker ist Markup ohne sichtbaren Breadcrumb. Die Google-Richtlinien für strukturierte Daten verlangen, dass Markup Inhalte beschreibt, die Nutzer auch sehen. Baust du den Pfad nur im Code ein, widersprichst du dir selbst. Umgekehrt ist ein sichtbarer Pfad ohne Markup nicht schlimm, er bleibt als Navigation und interne Verlinkung nützlich.
Der zweite Fehler betrifft falsche Positionen und fehlende Ebenen. Ist position nicht fortlaufend oder fehlt der Name, meldet die Search Console Probleme, und der Eintrag wird nicht berücksichtigt. Auch Pfade, die nicht zur realen Seitenhierarchie passen, verwirren Nutzer. Ein Breadcrumb, der auf eine Seite verweist, die es nicht mehr gibt, führt zusätzlich zu toten Links.
Drittens: zu viel Aufwand für Seiten, die gar nicht im Index landen. Wenn eine Seite per noindex ausgeschlossen oder durch robots.txt gesperrt ist, nützt auch perfektes Markup nichts. Einen groben Gesamtüberblick, ob deine Seite technisch sauber aufgestellt ist, liefert der kostenlose SEO-Check. Die Grundlagen zum Thema findest du außerdem bei strukturierten Daten.
