Bedeutung im Detail
Der Ausdruck „Link Juice“ ist kein offizieller Begriff von Google, sondern ein Bild aus der SEO-Szene. Man stellt sich vor, eine Seite sei ein Gefäß mit Saft, der über Links in andere Gefäße fließt. Dahinter steckt die Idee aus dem PageRank-Konzept: Verweise übertragen Gewicht, und stärkere Seiten geben mehr davon weiter.
Google selbst spricht eher von Signalen, die über Links weitergegeben werden. Wie viel genau ankommt, ist nicht bekannt und kann sich ändern.
Was die Weitergabe beeinflusst
Mehrere Faktoren spielen eine Rolle. Zum einen zählt die Stärke der Quellseite: Ein Link von einer gut vernetzten Fachseite wiegt mehr als einer von einer unbekannten Unterseite. Zum anderen verteilt sich das Gewicht auf alle Links der Seite, sodass ein Verweis unter wenigen mehr wert sein kann als einer unter hundert. Hinzu kommen die thematische Nähe, die Position im Text und Attribute wie nofollow, sponsored oder ugc, die als Hinweise gelten.
Auch die technische Seite zählt. Weiterleitungen, kaputte Verweise und Seiten, die nicht indexiert werden, können die Weitergabe schwächen. Wie sich Weiterleitungen verhalten, beschreibt der Eintrag 301-Weiterleitung.
Bedeutung für SEO
Im Alltag nutzt man das Konzept auf zwei Ebenen. Extern geht es darum, Verweise von starken, passenden Seiten zu erhalten, etwa über Linkjuice durch Backlinks gewinnen. Intern lenkt man Gewicht mit sinnvoller Struktur auf wichtige Unterseiten, wie im Ratgeber interne Verlinkung beschrieben.
Ein häufiger Praxistipp lautet, wichtige Seiten aus dem Hauptmenü und aus thematisch verwandten Beiträgen heraus zu verlinken, statt sie tief in der Struktur zu verstecken.
Häufige Fehler
Einige Betreiber setzen Links auf nahezu alle Seiten auf nofollow, um Linkjuice zu „sparen“. Das ist ein Mythos, der Wirkung entzieht statt sie zu bündeln. Ebenso wenig bringt es, in Footer und Seitenleisten massenhaft Verweise zu platzieren, die die Wirkung verteilen. Besser ist weniger, dafür gezielt und inhaltlich passend.